Die Lateinamerikanische und Karibische Rechtsallianz fordert die Einstufung von Ökozid als Straftat

Zusammenfassung:

Die Santiago-Erklärung, die auf dem fünften Treffen der Allianz der Umweltrechtskliniken Lateinamerikas und der Karibik unterzeichnet wurde, würdigt die Fortschritte bei der Kriminalisierung des Ökozids und fordert die Staaten auf, auf diesen Fortschritten aufzubauen.

Im Rahmen des 5. Regionaltreffens der Allianz der Umweltrechtskliniken Lateinamerikas und der Karibik, das an der juristischen Fakultät der Universität von Chile stattfand, verabschiedeten Vertreter aus Wissenschaft, Justiz und Zivilgesellschaft die Santiago-Erklärung, ein historisches Dokument, das einen neuen Meilenstein in den Bemühungen um Umweltgerechtigkeit in der Region darstellt. 

Die von Stop Ecocide International mitorganisierte Veranstaltung brachte Rechtsberatungsstellen zusammen, die sich für die Weiterentwicklung des Umweltrechts aus einer kritischen, territorialen und interkulturellen Perspektive einsetzen.

Eine der wichtigsten Bestimmungen der Erklärung ist die ausdrückliche Unterstützung für die Anerkennung und strafrechtliche Verfolgung von Ökozid. In dem Dokument heißt es:

„Wir heben die Fortschritte in den Bereichen Rechtslehre, Gesetzgebung und Institutionen hervor, die darauf abzielen, Ökozid auf nationaler und internationaler Ebene anzuerkennen und unter Strafe zu stellen, um den Schutz der Ökosysteme zu stärken und die Rechenschaftspflicht für schwerwiegende, weitreichende und irreparable Umweltschäden zu gewährleisten.“

In der Erklärung werden auch die jüngsten Entwicklungen im internationalen Klimarecht angeführt, darunter das Gutachten OC-32/25 des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte sowie das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs zu den Verpflichtungen der Staaten im Zusammenhang mit dem Klimawandel als Rahmenwerke, die rechtlich bindende Standards festlegen.

In ihrem Appell an die Staaten fordert die Erklärung die Gewährleistung des Menschenrechts auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt sowie den umfassenden Schutz von Umweltschützern im Einklang mit dem Escazú-Abkommen und anderer internationaler Instrumente.

Dieses Treffen markiert zudem den Beginn einer neuen Phase der Zusammenarbeit zwischen Stop Ecocide International und der Alliance of Environmental Law Clinics: den Prozess der Ausarbeitung eines Mustergesetzes zum Ökozid für die Region. Die Alliance beteiligt sich als Mitorganisatorin an diesem Prozess, der darauf abzielt, den Ländern Lateinamerikas und der Karibik einen Rechtsrahmen für die Kriminalisierung von Ökozid auf regionaler und nationaler Ebene zu bieten.

Lesen Sie die vollständige Erklärung von Santiago hier.

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