
Am 15. April fand an der Universität Jyväskylä in Finnland vor über 300 Zuschauern die Weltpremiere der „Ecocide Law Choir Suite“ statt. Die Veranstaltung war das Ergebnis der Zusammenarbeit von Merzi Rajala, außerordentliche Professorin am Fachbereich für Weltmusik der Sibelius-Akademie in Finnland, Peder Karlsson, Honorarprofessor an der Königlichen Akademie in Stockholm und einer der Gründer der weltberühmten A-cappella-Gruppe „The Real Group“, sowie Kirsi Kaunismäki-Suhonen, Chorleiterin, Trainerin und Rektorin aus Finnland.
Das Konzert bestand aus einer Suite von zwölf Liedern von Komponisten aus den USA, Großbritannien, Schottland, Schweden, Sápmi (Samenland), Finnland, Kanada, Brasilien und Dänemark, die alle ihre Beiträge dem Projekt „Choirs for Ecocide Law“ zur Verfügung gestellt haben.
Vor dem Konzert übermittelte Pekka Haavisto, amtierender Außenminister Finnlands, eine Videobotschaft, in der er die wachsende Bedeutung des Ökozids in der internationalen Umweltpolitik hervorhob und auf die jüngste Erklärung des Europäischen Parlaments hinwies, in der die Aufnahme des Ökozids in die überarbeitete EU-Richtlinie zur Bekämpfung der Kriminalität unterstützt wird. „Musik“, so sagte er, „ist nicht nur schön, sondern auch ein wirksames Mittel, um zur Verhinderung von Ökozid aufzurufen. Musik weckt in uns Gefühle, die uns helfen, als transformative Kraft zu wirken.“
Im Anschluss an das Konzert fand eine Podiumsdiskussion über die Notwendigkeit eines neuen internationalen Straftatbestands des Ökozids statt, an der die amtierende Innenministerin Krista Mikkonen teilnahm.
Peder Karlsson, einer der Initiatoren des Projekts, sagt: „Lieder haben die außergewöhnliche Kraft, das Unaussprechliche auszudrücken, unsere Gefühle anzusprechen und die Welt zu verändern. Die Zerstörung der Natur ist ein so gewaltiges und komplexes Thema, dass es uns schwerfallen kann, es zu verarbeiten. Indem wir uns mit anderen zusammenschließen, um diese Themen mit unseren Stimmen und durch Lieder zu ergründen, können wir beginnen, uns mit dieser Komplexität auseinanderzusetzen und sie zu bewältigen, um zu einer Lösung zu gelangen – einer möglichen Lösung und einem Weg nach vorn.“
Die öffentliche Vorstellung des Projekts „Choirs for Ecocide Law“ findet am 27. April im Rahmen des Welt-Symposiums für Chormusik in Istanbul statt. Das gesamte Liedrepertoire steht auf der Website von „Stop Ecocide“ zum kostenlosen Download bereit, damit Chöre auf der ganzen Welt die Lieder aufführen können. Die Lieder sind in Arrangements für gemischte Stimmen, für hohe Stimmen und im Unisono erhältlich, zusammen mit Vorschlägen für Probenprogramme.